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Aus der Praxis: „Die Mitarbeiter bekommen das Gefühl, dass sich die Firma um jeden einzelnen kümmert“

Die Solenis GmbH ist ein Hersteller von Spezialchemikalien und Anbieter von Prozess- und Wasseraufbereitungslösungen.

Machen sich gemeinsam stark für das betriebliche Gesundheitsmanagement: Klaus Busam, Dr. Lotta Kanto, Dr. Makus Bröcher, Luciana Pesch (v.l.).





Was war für die Solenis Technologies Germany GmbH der ausschlaggebende Grund für die Einführung eines BGM?

Luciana Pesch: Im Jahr 2016 wurden Gefährdungsbeurteilungen der psychischen Belastungen in einem Pilot-programm im Forschungslabor durchgeführt. Es ist uns dann bewusst geworden, dass die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen und das BGM auf ähnlichen Prozessen und Methoden basieren und sehr eng verzahnt sind.

Was waren, ganz konkret, die ersten Schritte die eingeleitet wurden?

Luciana Pesch: Zuerst wurde der Ist-Zustand bzgl. Gesundheit und Arbeitsunfähigkeit ermittelt, um die Prioritäten zu definieren. Durch die anonymisierte Bedarfsanalyse wurden verschiedene Zielgruppen unserer Belegschaft erkannt, worauf letzten Endes die BGM Maßnahmen abgestimmt sind.

Zwei Methoden wurden für die Bedarfsanalyse eingesetzt:

A) Kennzahlenbasierte Analysen (Fehlzeitenbericht der Techniker Krankenkasse, Zeitraum 2015-2017)

AU-Fälle und Tage nach Falldauer, Geschlecht, Altersgruppen, Ausbildung und Beruf, Arbeitszeit, Befristung, Krankdiagnose (ICD10-Schlüssel) wurden anonym ermittelt und analysiert.

B) Analyse durch Gesundheitsscreenings mit ausgewählten validierten Verfahren durch BARMER (Balance Check, MediMouse, BIA-Messung).

Beide Instrumente zur Bedarfsanalyse wurden parallel eingesetzt und stehen in sinnvoller Beziehung zueinander. Die Ergebnisse von beiden Methoden haben bestätigt: „Muskel-Skelett-System“ ist der Bereich mit größtem Verbesserungspotential. Das Rückenprogramm wurde dann sofort gestartet.

Wie haben Sie die damit einhergehenden Änderungen den Mitarbeitern gegenüber kommuniziert? Wie haben die Mitarbeiter darauf reagiert?

Luciana Pesch: Verschiedene Kommunikationskanäle wurden eingesetzt (u.a. Email, Intranet, Plakate, Präsentationen bei Betriebsversammlungen), um die Mitarbeiter zu erreichen. In Zusammenarbeit mit der Marketing-Abteilung des Unternehmens (Solenis England) wurden eigene Logos, Plakate und Präsentationsdesign entwickelt, um das BGM-Marketing kreativer und interessanter zu gestalten. Die hohe Teilnehmerzahl und die positiven Rückmeldungen zu allen Gesundheitsaktionen zeigen uns deutlich die hohe Zustimmung bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Was war die größte Hürde, die Sie bei der Einführung eines BGM nehmen mussten?

Luciana Pesch: Die Zielgruppe Produktion wurde mit den ersten Maßnahmen der Rückenprogramme (Rückenschule / Massage) nur teilweise erreicht. Durch die Natur der Arbeit, mit genau getaktetem Arbeitsablauf und Mindestbesetzungsregelungen auf Schicht, haben die Produktionsmitarbeiter wenig Flexibilität, die Gesundheitsangebote wahrzunehmen. Mittlerweile bieten wir Alternativmaßnahmen für diese Zielgruppe direkt am Arbeitsplatz an z.B. Bewegte Pause und moving in den Messwarten und Pausenräumen.

Welche BGM-Maßnahme ist bei den Mitarbeitern besonders gut angekommen?

Luciana Pesch: Regelmäßige Entspannungsmaßnahmen wie Massage und BrainLight Mobil sind immer ausgebucht. Obstkorb trägt zur gesunden Ernährung der Mitarbeiter bei, motiviert zu Höchstleistungen und wird als Wertschätzung seitens des Arbeitgebers betrachtet.

Welche Veränderungen können Sie seit der Einführung des BGM im Betrieb beobachten?

Luciana Pesch: Durch Befragung, Beobachtung und Dokumentationsanalyse empfinden wir, dass die Moral der Mitarbeiter deutlich besser wird, weil sie das Gefühl bekommen, dass sich die Firma um jeden einzelnen kümmert. Die Team-Building-Maßnahmen helfen dabei, das Gemeinschaftsgefühl und den Teamgeist weiter auszubauen und aufrecht zu halten.

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